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OCT

Kink und Trauma

30. October 2021, 11:00 am – 6:00 pm

 

Trauma ist ein großes Wort. Es kann aber auch einfach dafür stehen, dass Schmerz (auch psychischer Schmerz) und Verlust zum Leben gehören. Verletzungen können heilen.
Um Peter Levine zu paraphrasieren, der mit seiner Arbeit zum Thema Trauma und Heilung wegweisend ist, ist nicht die schwierige Erfahrung oder der Unfall selbst das Problem. Es ist die traumatische Energie, die im Körper gebunden ist und die so schwer zu bewältigen sein kann.
Diese Spannung im Nervensystem kann gelöst werden.

Wenn eine Ent-Spannung möglich ist, hat dies einen positiven Einfluss auf die Gesamtsituation des Körpers und des Geistes.

Wenn wir BDSM machen, uns fesseln, sanft schlagen, uns bösartig erniedrigen, mit Liebe quälen und uns mit Humor bestrafen, dann hat das mal mit Trauma-Erfahrungen zu tun, mal nicht.
Wenn es mit Trauma-Erfahrung zu tun hat und wir uns dessen bewusst sind, und wir gut miteinander kommunizieren können, ist das Heilungspotenzial enorm.

Ich erlebe dies sehr oft in meinen professionellen Sitzungen und genieße es, einen schamfreien Raum anbieten zu können. Oder die erwünschte Scham einzuladen…
Gleichzeitig ist es nicht Aufgabe einer Domina, das gemeinsam Erlebte im Nachgespräch als „therapeutisch wirksam oder heilend“ einzustufen, es sei denn, unsere Klientinnen tun dies selbst und laden mich zu solchen Gesprächen auf der Metaebene ein .

Die klare Rollenverteilung – Profi, Klientin – ​​erleichtert oft den Austausch im Studio. Die Grenzen und Bedingungen der Begegnungen sind festgelegt.

In privaten Spielszenarien kommt es oft eher zu einem intensiven Austausch darüber, was genau einem gut tut und was das mit unseren Lebenserfahrungen zu tun hat.
Es kann jedoch schwierig sein, vorsichtig mit traumatischem Material umzugehen, Grenzen aller Art zu kommunizieren und aufrechtzuerhalten und Rollen und Erwartungen in intimen Beziehungen immer wieder neu zu definieren.

Wichtig für alle: Was sind traumasensible Kommunikation und Verhalten?

In diesem Workshop geht es in erster Linie um den Erfahrungsaustausch in großen und kleinen Gruppen.
Davor und danach werden Körper- und Atemübungen vermittelt, die ausgleichend auf das Nervensystem wirken und sich als „Erste-Hilfe-Maßnahme“ bei Nervosität, Panikattacken oder schiefgelaufenen Spielsituationen bewährt haben.

 

Zur Workshopleiterin

Emma Steel interessiert sich für Kommunikationsexperimente, die Konventionen brechen, für Humor und dafür, wie wir unseren eigenen inneren Biestern näher kommen und gleichzeitig professionell oder authentisch bleiben können. In ihren Workshops ist es ihr wichtig, dass Fehler machen und alle Fragen stellen erlaubt sind, um so ein gemeinsames Lernen zu ermöglichen.

Sie arbeitet seit 2006 als Domina und seit 2013 als Coach.

 

Details

Datum & Zeit:  30. Oktober 2021, 11-18 Uhr

Format:  workshop

Audience:  LGBTQIA+ & FRIENDS

Language: Deutsch

Minimum Knowledge Level: Dieser Workshop richtet sich an alle queeren Menschen und Frauen*, die bereits BDSM-Erfahrung haben. Er ist nicht für absolute BDSM-Neulinge geeignet.

Was ist zu bringen:  Ein Objekt, dass dich beruhigt, zum Beispiel eine Decke, ein Stein etc. Snacks für dich. 

Solo oder mit Partner:  All Konstellationen sind willkommen, jede/r braucht ein Ticket

 

Was wird inhaltlich passieren

• Übungen zur Regulierung des zentralen Nervensystems

• Atemtechniken

• Was ist Trauma informierte Kommunikation / Trauma- informiertes Verhalten?

• Erwartungen, Bedürfnisse und Intentionen

• Meditation zur Körperwahrnehmung

• Feedback und Fragen

 

Sicherheitskonzept

Dieser Workshop ist Teil unserer Covid-19 Richtlinien.

Bitte bring einen Impfnachweis (mit Ausweis zum Abgleich) oder einen Test (keine Selbsttests), der nicht älter ist als 24 Stunden. Ein Genesungsnachweis ist auch erlaubt.

Im Haus steht überall Hautdesinfektionsmittel zur Verfügung. Alle Überflächen werden konstant desinfiziert.

Wir lassen viel Platz und nur eine kleine Anzahl an Teilnehmer*innen zu.

Es wird mehrmals gelüftet.

Die Masken bleiben die gesamte Zeit auf, außer ALLE Beteiligten einigen sich darauf, dass die Masken beim Sitzen abgenommen werden dürfen.

 

Für wen ist diese Veranstaltung gedacht?

LGBTQIA+ beschreibt das gesamte Spektrum nicht-mainstreamiger sexueller Orientierung und/oder Geschlechtsidentität, d.h.: lesbisch, schwul, bisexuell, pansexuell, transgender, nicht-binär, genderqueer/fluid, queer, intersexuell, asexuell, aromantisch, agender.

FRIENDS sind Menschen mit allen Arten von geschlechtlichen und sexuellen Identitäten, die sich der Notwendigkeit, der Bedürfnisse und der Grenzen eines queeren sichereren Raums und seiner marginalisierten Gemeinschaft bewusst sind und diese respektieren.

Wenn du dich als Freund_in betrachtest, erkennst du die Selbstdarstellung aller an und respektierst sie. Du nimmst nicht an, unterstellst nichts und projizierst keine nicht-einvernehmlichen Ideen auf andere. Sie fragen aktiv nach und verwenden die von anderen gewählten Pronomen. Sie sind sich der Tatsache bewusst, dass das Karada House in erster Linie ein Raum für queere Menschen ist, zu dem auch Sie eingeladen sind. Du hast ein echtes Interesse am Wohlergehen von LGBTQIA+ Menschen und bist dir der Privilegien von Heterosexuellen und Heterosexuellen bewusst.

Freunde müssen nicht perfekt sein. Keiner von uns ist es. Wir bitten darum, dass wir alle pro-aktiv daran arbeiten und uns bemühen, gute Freunde und Verbündete für marginalisierte Menschen zu sein.

Facilitator

Emma Steel (she/her)

Emma Steel is interested in communication experiments that break conventions, in humour and in how we can become closer to our own inner biests while remaining professional or true to who you want to be. In her workshops she finds it important for everyone to make mistakes and ask stupid questions, thereby making communal learning possible.

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